21 min Zuletzt auktualisiert: 28.11.2023

Code of Conduct: Wegweiser für eine verantwortungsvolle Unternehmenskultur

Code of Conduct - Titelbild

Wirtschaft ist Wettbewerb. Da bleibt wenig Raum und Respekt für Moral und Ethik. So der allgemeine Mythos. Doch stimmt das wirklich? Funktioniert die deutsche Wirtschaft im Jahre 2023 immer noch nach diesen Verhaltensmustern? Oder kann das auch anders laufen? Einem modernen und innovativen Unternehmen ist an der ethisch korrekten Behandlung seiner Mitarbeitenden gelegen. Es bemüht sich um die (mentale) Gesundheit und das Wohlbefinden seiner Belegschaft, denn die Angestellten sind der Motor des gesamten Betriebs. Ohne Motor kann ein Auto nicht fahren – erst recht nicht, wenn es auf die Überholspur will. Hierbei hilft ein Code of Conduct. Er stärkt die Firma und bereitet sie auf Ernstfälle vor. Zusätzlich trägt er zu Respekt und Sicherheit und dem verantwortungsvollen Umgang mit dem Eigentum des Unternehmens im Arbeitsalltag bei. 

Was ist der Code of Conduct eigentlich?

Ein Code of Conduct ist ein Verhaltenskodex, der grundlegende Verhaltensgrundsätze umfasst, die sich Unternehmen im Rahmen einer freiwilligen Selbstbindung auferlegen und individuell erstellen. Nach eingehender Beratung und juristischer Rücksprache werden wichtige Leitlinien formuliert und bestimmt. Ein Code of Conduct ist nicht einfach nur ein Dokument; er ist die kulturelle Leitlinie eines Unternehmens, der die Erwartungen an ethisches Verhalten konkretisiert.“ Sorgfältig entwickelt und maßgeschneidert, fungiert er als ein unverzichtbares Handbuch, das ab dem Zeitpunkt seiner Einführung die Grundpfeiler für eine integre und positive Arbeitskultur setzt und dabei hilft, Bedenken aller Stakeholder zu adressieren. Er dient dem Zweck, Verhaltensregeln und Unternehmenswerte festzuschreiben, die von Angestellten und Vorgesetzten auf der Arbeit eingehalten werden müssen, um Risiken wie Mobbing und anderes Fehlverhalten zu minimieren. Auch ein Betriebsrat kann durch ihn festgeschrieben werden.

Doch nicht nur der soziale Umgang im Betrieb wird durch ihn kultiviert, er behandelt auch Themenbereiche der Compliance, wie den Umgang mit KundInnen, den Schutz von geistigem Eigentum, Interessenkonflikte oder aber die Prävention von Korruption und Bestechung. Im Ernstfall ist er ein Leitfaden, um Situationen zu verhindern, die dem Unternehmen Probleme bereiten können und geht auf Bedenken ein, die hinsichtlich Risiken und Compliance bestehen. Als Beziehungs- und damit Geschäftsgrundlage, ist der Code of Conduct das soziale Herz eines Unternehmens. Das handelnde Gewissen sozusagen, da er die Unternehmenswerte festsetzt und ihnen durch das schriftliche Festhalten Legitimation verleiht. Während er die sozialen Maßstäbe der Berufsbeziehungen zwischen ArbeitgeberInnen und -nehmerInnen festlegt, ist er elementar für das gegenseitige Vertrauen der beiden Seiten. Die Belegschaft wird vor unethischem Verhalten des Vorstands geschützt und gleichzeitig wird die Unternehmenskultur gefördert. Das alles passiert im Rahmen der Unternehmensrichtlinien und des im Staat gültigen Arbeitsrechts. 

Welche Themen behandelt ein Code of Conduct häufig?

Ein Code of Conduct deckt die Werte und Regeln ab, die Unternehmen im Arbeitsalltag und im gegenseitigen Umgang wichtig sind und führt Leitlinien und mögliche Sanktionen dazu auf. Häufig beruhen Verhaltenskodexe auf bekannten politischen Konventionen, wie etwa der Allgemeinen Erklärung der Menschenrechte oder aber der Anti-Rassismus-Konvention (ICERD). Deren Leitsätze werden dann in unternehmenstaugliche Regeln umgewandelt. Ein Code of Conduct behandelt üblicherweise die folgenden Themen: 

  • Sozialer Umgang mit Mitmenschen: Hier fließen meist genau die Anti-Diskriminierungsgrundsätze ein, die in den bereits genannten Konventionen international gültig und festgehalten worden sind.
  • Umgang mit Dritten: Das hört sich zunächst etwas abstrakt an, ist es aber nicht. Hier findet sich zum Beispiel im Falle einer Lieferkette der Verzicht auf Kinderabeit oder aber die Verpflichtung zur Zahlung fairer Löhne in anderen Ländern.
  • Ökologisches und nachhaltiges Handeln: Nichts ist im Jahr 2023 so wichtig wie Nachhaltigkeit. Umweltschutz betrifft die ganze Gesellschaft. Da ist es nur logisch, dass viele Unternehmen sich durch ihren Code of Conduct Umweltfreundlichkeit auf die Fahnen schreiben.
  • Aktuelle Gesetzgebung: Ein Unternehmen kann in große Schwierigkeiten geraten, wenn es sich nicht an bestehende Gesetze hält. Es ist also nur im Sinne des Betriebs, wenn der Code of Conduct entsprechende, gesetzeskonforme Leitlinien enthält und für die Belegschaft auch als rechtlicher Ratgeber fungiert

Der Schlüssel zu einem gutem Betriebsklima: Der Code of Conduct im Arbeitsrecht

Der Code of Conduct hat auch einen festen Platz im Arbeitsrecht und bildet damit juristisch eine feste Instanz. Er ist wichtig und entscheidend, um die Arbeitsbeziehungen zwischen ArbeitnehmerInnen und ArbeitgeberInnen zu definieren und um unmoralischem Verhalten im Büro vorzubeugen. Wo aber steht der Code of Conduct konkret im deutschen Arbeitsrecht und was bedeutet das für das Unternehmen? 

Tatsächlich ist der Verhaltenskodex indirekt auch durch den Gesetzgeber verankert. In Deutschland findet sich die betreffende Stelle unter § 75 des Betriebsverfassungsgesetzes (BetrVG). Sie besagt, dass ArbeitgeberInnen dazu verpflichtet sind, mit dem Betriebsrat betriebliche Richtlinien zu vereinbaren, die die Verhaltensregeln im Unternehmen festlegen. Der Betriebsrat selbst besitzt nämlich ein Mitbestimmungsrecht bei der Festlegung von Verhaltensregeln und daher muss er bei der Erstellung eines Code of Conducts miteinbezogen werden. Wie im Absatz oben bereits beschrieben, behandelt der Code of Conduct verschiedene Teilbereiche der Compliance. Was letztendlich in ihm festgehalten wird, kommt stark auf die jeweilige Prägung des Unternehmens, den Geist der UnternehmerInnen, die Branche und auch die gesellschaftliche Situation an. 

Jeder Verhaltenskodex ist also individuell, aber in jedem Exemplar sollten auch gewisse Punkte gleichermaßen verankert sein: Im Arbeitsrecht umfasst der Code of Conduct nämlich Diskriminierung, Korruption und Umweltschutz, Belästigung und die Arbeitsbedingungen. Er sollte Regelungen zur Arbeitssicherheit, Überstunden und der Arbeitszeit generell enthalten. Wichtig ist ebenso, dass der Code Sanktionen für Regelverletzungen festlegt. Diese müssen verhältnismäßig und angemessen sein. Dabei sind die Unternehmen nämlich an das allgemeine deutsche Arbeitsrecht gebunden, also müssen sie sich bei den Richtlinien ihres individuellen Code of Conduct an den vorgegebenen Rahmen beispielsweise des Arbeitszeitgesetzes (ArbZG) oder generell des Arbeitsrechts (ArbR) halten. Um juristische Statthaftigkeit und Fehlerfreiheit bei der Anwendung der Gesetze zu garantieren, sollte hierbei ein(e) JuristIn hinzugezogen werden. Ebenso sollte der Kodex immer wieder auf Aktualität der Rechtsprechung überprüft und bei Bedarf überarbeitet werden.

Warum ist ein Code of Conduct für Unternehmen so wichtig?

Es gibt verschiedenste Gründe, wieso ein Verhaltensgrundsatz für Unternehmen mehr als wichtig ist: Egal, ob eine Meldung über ein Unternehmen wegen angeblicher Skandale die Runde macht oder der Betrieb positiv zum Umweltschutz beitragen möchte – ein Code of Conduct gibt Hilfe und legt Verhaltensgrundsätze fest. 

 Handeln, ein Betriebsrat oder einfach nur Verhaltensanweisungen, alles findet in ihm seinen Platz und wird durch ihn in Wechselwirkung legitimiert.

Wirkung nach außen: Stärkung der Reputation  

Die erste Visitenkarte eines Unternehmens im dynamischen Wettbewerb des Marktes ist seine Außenwahrnehmung. Sie umfasst mehr als nur das bloße Markenbild – sie ist die Projektion eines Lebensgefühls, einer Philosophie, die sich in jedem Motto und jedem Produkt widerspiegelt. Nehmen wir das Beispiel Porsche: Die Wahl eines Porsche ist nicht nur eine Entscheidung für ein Auto, sondern vielmehr ein Bekenntnis zu einem bestimmten Lebensstil, der Stolz und Werte nach außen trägt.

Hier spielt der Code of Conduct eine Schlüsselrolle: Er dient als ein präventiver Leitfaden, der das Risiko von Skandalen und somit negativer öffentlicher Wahrnehmung erheblich reduziert. Ein solcher Verhaltenskodex ist mehr als nur eine interne Richtlinie; er ist ein Manifest der Unternehmenswerte, das nach außen kommuniziert wird. Durch die Festlegung klarer Standards und die Förderung einer Kultur der Fairness und des Respekts stärkt der Code of Conduct das positive Image eines Unternehmens. Er gewährleistet, dass das Handeln der Mitarbeitenden mit den Kernwerten des Unternehmens im Einklang steht, und trägt dadurch zur Aufrechterhaltung und Verbesserung der Außenwahrnehmung bei. In einer Zeit, in der KundInnen und GeschäftspartnerInnen häufig kritisch und bewusst wählen, kann ein starkes, ethisch fundiertes Image den Unterschied ausmachen. Ein gut durchdachter Code of Conduct ist somit nicht nur ein Schutzschild gegen negative Schlagzeilen, sondern auch ein kraftvolles Instrument zur Stärkung der Marke und zur Sicherung langfristiger Geschäftsbeziehungen.

Wirkung nach innen: Mitarbeiterbindung 

Viel wichtiger als die Wirkung nach außen, ist die Wirkung nach innen. Ein Unternehmen ist nichts ohne seine Mitarbeitenden. Sie sind der laufende Motor des Betriebs. Deshalb ist es entscheidend, ein Arbeitsumfeld zu schaffen, in dem sich jede(r) Einzelne wertgeschätzt, sicher und respektiert fühlt. Hier kommt der Code of Conduct ins Spiel, eine grundlegende Maßnahme, die weit über die reine Regelsetzung hinausgeht. Durch die Verankerung eines gesunden und fairen Arbeitsethos, das schriftlich im Code of Conduct festgehalten wird, erzeugt das Unternehmen eine Atmosphäre des Vertrauens und der Sicherheit. Ein solcher Kodex signalisiert den Mitarbeitenden, dass das Unternehmen ein sicherer Hafen ist, frei von Diskriminierung, Belästigung und Einschüchterung. Er zeigt auf, dass hier jede(r) Einzelne zählt und geschätzt wird. Auch in Situationen, in denen Interessenkonflikte aufkommen könnten, bietet der Code of Conduct Orientierung und Klarheit. Er fungiert als ein verlässlicher Ratgeber, der richtungsweisend für angemessenes Handeln im beruflichen Kontext ist und so das Vertrauen in die Unternehmenswerte und -prinzipien stärkt. Durch diese klaren Richtlinien und die dadurch geförderte Unternehmenskultur fühlen sich die Mitarbeitenden tief mit dem Unternehmen verbunden. Der Code of Conduct ist daher mehr als nur eine Reihe von Regeln; er ist ein Versprechen an die Mitarbeitenden, dass ihre Integrität und ihr Wohlbefinden an oberster Stelle stehen. Ein Unternehmen, das einen solchen Kodex nicht nur etabliert, sondern auch lebt, positioniert sich als moderner, vorbildlicher Arbeitgeber, der die Bedürfnisse seiner Belegschaft ernst nimmt und eine Kultur des Respekts und der Fairness fördert.

Förderung der Corporate Social Responsibility 

In einer Welt, in der unsere gemeinsame Zukunft eng mit der nachhaltigen Pflege unseres Planeten und der sozialen Gerechtigkeit verwoben ist, wird die Corporate Social Responsibility (CSR) zu einem zentralen Anliegen für jedes verantwortungsbewusste Unternehmen. Im Jahr 2023 ist es unabdingbar, dass Unternehmen eine führende Rolle in der Bewahrung unserer natürlichen Ressourcen und im Schutz unserer sozialen Umwelt übernehmen. Dieser Auftrag zur verantwortungsvollen Unternehmensführung ist nicht nur eine moralische Pflicht, sondern auch ein entscheidender Faktor für die Glaubwürdigkeit und das positive Image eines Unternehmens.

Der Code of Conduct ist ein mächtiges Werkzeug in diesem Bestreben. Er verankert die Prinzipien der CSR tief in der Unternehmenskultur und wirkt als Kompass für ethisches Handeln. Durch klare Leitlinien und Werte, die das Unternehmen sich selbst auferlegt, wird ein starkes Fundament für die Glaubwürdigkeit und Integrität geschaffen. Der Code of Conduct ist mehr als nur eine Sammlung von Regeln; er ist eine Selbstverpflichtung zu einer besseren, gerechteren Welt. Durch das Verbot und die Sanktionierung von Diskriminierung und Mobbing leistet der Code of Conduct einen wesentlichen Beitrag zum sozialen Wandel. Er fördert eine Unternehmenskultur, in der Diskriminierung und schädliche Verhaltensweisen nicht nur geahndet, sondern aktiv bekämpft werden. Die Verpflichtung zu einem nachhaltigen und umweltbewussten Handeln, die ebenfalls ein zentraler Bestandteil des Code of Conduct ist, zeigt, dass das Unternehmen seine Verantwortung gegenüber der Erde und ihren Bewohnern ernst nimmt.

Für Unternehmen, die im Jahr 2023 als glaubwürdig, verantwortungsvoll und zukunftsorientiert wahrgenommen werden wollen, ist die Einbindung von CSR in ihre Geschäftsstrategie unerlässlich. Der Code of Conduct dient hier als Schlüsselinstrument, um diese Werte nicht nur zu kommunizieren, sondern sie auch in jeder Handlung des Unternehmens zu leben. Somit wird der Code of Conduct zum Herzstück einer nachhaltigen und sozial verantwortlichen Unternehmensführung.

Gesetzestreue 

In der Unternehmensführung spielt die Gesetzestreue eine zentrale Rolle, und der Code of Conduct ist dabei ein unverzichtbares Instrument. Dieser Kodex dient als Fundament für eine Unternehmenskultur, die auf Rechtskonformität und ethischen Prinzipien beruht. Er definiert klare Richtlinien und Verhaltensstandards, die sicherstellen, dass alle Unternehmensaktivitäten im Einklang mit geltenden Gesetzen und Vorschriften stehen.

Durch den Code of Conduct werden komplexe rechtliche Anforderungen für alle Mitarbeitenden verständlich und greifbar gemacht. Dies fördert ein tieferes Verständnis für die Bedeutung gesetzestreuen Handelns in der täglichen Arbeit. Der Kodex dient nicht nur als Wegweiser für die Einhaltung spezifischer Gesetze, sondern auch als Leitfaden für ethische Entscheidungsfindungen in Grauzonen, in denen die gesetzlichen Vorgaben möglicherweise nicht eindeutig sind. Ein weiterer wesentlicher Aspekt des Code of Conduct ist die Implementierung effektiver Compliance-Strukturen. Er ermöglicht es Unternehmen, proaktive Maßnahmen zur Risikominimierung zu ergreifen und gleichzeitig ein Umfeld zu schaffen, in dem gesetzeswidriges Verhalten aktiv verhindert und adressiert wird. Durch regelmäßige Schulungen und Sensibilisierungsmaßnahmen, die auf dem Code of Conduct basieren, wird ein kontinuierliches Bewusstsein für die Bedeutung der Gesetzestreue geschaffen. Zudem bildet der Code of Conduct die Basis für ein transparentes Berichtswesen und interne Kontrollmechanismen, die sicherstellen, dass alle Unternehmensprozesse regelmäßig auf ihre Konformität mit den geltenden Gesetzen überprüft und angepasst werden. Dadurch wird eine fortlaufende Compliance gewährleistet und das Risiko von Rechtsverstößen minimiert.

Insgesamt ist der Code of Conduct ein zentrales Instrument, das Unternehmen dabei unterstützt, eine starke und konsistente Compliance-Kultur zu etablieren. Diese Kultur der Gesetzestreue trägt nicht nur zur Vermeidung rechtlicher Probleme bei, sondern stärkt auch das Vertrauen der Stakeholder und festigt den Ruf des Unternehmens als verantwortungsvoller und ethisch handelnder Akteur im Geschäftsumfeld.

Was passiert, wenn man gegen einen Code of Conduct verstößt?

Der Code of Conduct ist nicht nur das moralische Rückgrat eines Unternehmens, sondern auch ein bindendes Versprechen für alle, die ihm beitreten. Verstöße gegen diesen Kodex ziehen unweigerlich Konsequenzen nach sich. Diese sind festgelegt, um die Integrität des Arbeitsplatzes und das ethische Gleichgewicht im Unternehmen zu wahren. Zu Beginn eines Arbeitsverhältnisses verpflichten sich die Mitarbeitenden durch ihre Unterschrift, die im Code of Conduct festgelegten Pflichten einzuhalten. Missachten Mitarbeitende diese Vereinbarungen, stehen Maßnahmen wie Verwarnungen bis hin zur möglichen Kündigung im Raum. Diese Sanktionen dienen dazu, die Standards, die das Unternehmen für sich und seine Mitarbeitenden festgesetzt hat, aufrechtzuerhalten. Zusätzlich zu unternehmensinternen Sanktionen können bei Verstößen, die gleichzeitig Gesetzesbrüche darstellen, auch rechtliche Strafen folgen. Dies betont die Bedeutung der Gesetzestreue als Ergänzung zur Unternehmensethik. Ein Verstoß gegen gesetzliche Vorgaben kann somit nicht nur innerbetriebliche, sondern auch rechtliche Konsequenzen nach sich ziehen, die von Geldstrafen bis hin zu strafrechtlichen Verfahren reichen können.

Ein prägnantes Beispiel für die Ernsthaftigkeit, mit der Verstöße gegen den Code of Conduct behandelt werden, ist der Fall einer hochrangigen Führungskraft eines bekannten Technologieunternehmens. Nach unangemessenen Äußerungen in sozialen Medien, die den Werten und Normen des Unternehmens widersprechen, folgte die unverzügliche Entlassung. Dies unterstreicht, wie ernst viele Unternehmen die Einhaltung ihres Codes of Conduct nehmen, insbesondere wenn es um die Wahrung ihrer Kernwerte wie Diversität und Respekt geht. Die Bedeutung des Code of Conduct ist also nicht zu unterschätzen. Unternehmen investieren daher oft in umfassende Schulungen, um das Bewusstsein und Verständnis für diesen Kodex zu stärken. Ziel ist es, eine Kultur der Integrität und des ethischen Verhaltens zu etablieren, in der die Einhaltung des Code of Conduct und der Gesetze zur Norm wird und Verstöße die Ausnahme darstellen.

Tipps für die Erstellung eines Code of Conduct

  • Werte erkennen und definieren: Welche ethischen Werte sind Ihnen in Ihrem Unternehmen wichtig? Wie soll die Moral aufrecht erhalten und gestärkt werden? Diese Gedanken sollte man sich in diesem Schritt machen. Als Inspiration kann man sich entweder die Codes of Conduct bekannter Konzerne, wie Google oder Linux ansehen, oder aber man orientiert sich an politischen Leitlinien, von Organisationen wie der UNO.  
  • Regeln und Sanktionen bestimmen: Nach dem ersten Brainstorming werden wahrscheinlich einige Ideen auf dem Tisch liegen. Nun müssen diese kategorisiert werden, wenn nicht sogar die wichtigsten herausgesucht werden. In diesem Schritt sollten auch schon Sanktionen formuliert werden, die dann greifen, sobald die Mitarbeitenden gegen die Regeln verstoßen.
  • Schriftlich festhalten: Die besten Einfälle werden irgendwann vergessen, wenn sie nicht zu Papier gebracht werden. Ob Sie das handschriftlich oder digital machen, ist egal: Wichtig ist, dass der neue Code of Conduct nun schriftlich festgehalten wird. Ideal ist es, wenn gleichzeitig RechtsanwältInnen oder die Rechtsabteilung herangezogen werden.
  • Zugänglichkeit: Der Verhaltenskodex sollte für alle, die im Unternehmen arbeiten, jederzeit abrufbar sein. Es empfiehlt sich also, ihn online zu hinterlegen, damit von jedem Ort darauf zugegriffen werden kann. Ebenfalls sollten Meetings organisiert werden, in denen offene Fragen der Betroffenen geklärt und die Belegschaft für den neuen Verhaltenskodex sensibilisiert werden kann.
  • Vorbildfunktion: Gut für die Ethik und Moral im Unternehmen ist es, wenn der Code of Conduct eine Selbstverständlichkeit im Arbeitsalltag wird. Weisen Sie ruhig öfter auf ihn hin und integrieren Sie ihn in alltägliche Dinge.
  • Aktualität: Es ist ein Fehler zu glauben, ein Code of Conduct ist ein starres Korsett, das sich nie ändert. Aktualität ist wichtig und bringt das Unternehmen voran. Überprüfen Sie z.B. die gesellschaftliche Relevanz verschiedener Themen,  fügen bei Bedarf neue Richtlinien hinzu oder streichen Sie diese.

Wie setze ich den Code of Conduct erfolgreich im Unternehmen um?

Nachdem nun aufgeführt wurde, wie man einen Code of Conduct erstellt, soll im zweiten Schritt erklärt werden, wie man ihn im Unternehmen umsetzt.

Der erste und logischste Schritt ist wohl die Veröffentlichung und entsprechende Ankündigung bei der gesamten Belegschaft, dass das Unternehmen nun einen Code of Conduct besitzt, an den sich alle zu halten haben. Ein ebenso wichtiger Baustein ist es, den Verhaltenskodex auch öffentlich zugänglich zu machen, sodass er jederzeit herangezogen werden kann. Achtung, er sollte leicht für alle Mitarbeitenden auffindbar und problemlos zugänglich sein. Zudem sollte er bei einem international tätigen Unternehmen ebenfalls in mehreren Sprachen verfügbar und gut leserlich übersetzt worden sein.

Es ist empfehlenswert, immer wieder auf den Code of Conduct zu verweisen und darauf, dass er für alle bindend ist. Ebenso sollte neuen Mitarbeitenden bei deren Einstellung gleich zu Beginn der Verhaltenskodex erklärt und ein Exemplar davon ausgehändigt werden, sodass sie sich gleich zu Beginn mit ihm vertraut machen können. Nachdem sich Richtlinien im Dokument auch verändern können, da sie zum Beispiel durch gesetzliche Neuerungen überarbeitet werden müssen, ist es gut, wenn es in einem solchen Fall gemeinsame Meetings gibt, in denen die Angestellten über die Neuerungen aufgeklärt werden und eigene Fragen stellen können. Das trägt auch zum Verständnis der Belegschaft bei. Verständlich sollte der Code of Conduct allerdings schon in seiner Nachvollziehbarkeit und Schreibweise sein: Juristische Floskeln werden weniger durchgelesen und verstanden, daher ist es ratsam, ihn in leicht verständlicher Sprache zu formulieren. Das trägt nicht nur zur Transparenz, sondern auch zur besseren Umsetzung im Unternehmen bei.

Fazit

In den letzten Jahren hat sich die Wahrnehmung der Rolle von Ethik und Moral in der deutschen Wirtschaft signifikant gewandelt. Der Code of Conduct, ein selbstauferlegter Verhaltenskodex, steht im Zentrum dieser Entwicklung. Dieses Instrument dient nicht nur der Festlegung von Verhaltensregeln und Unternehmenswerten, sondern ist auch Ausdruck einer tiefgreifenden Unternehmenskultur, die auf Integrität, Fairness und gegenseitigem Respekt basiert. Er behandelt Themen wie sozialen Umgang, Compliance, Umweltschutz und gesetzliche Konformität, wodurch er maßgeblich zur inneren Stabilität und äußeren Reputation des Unternehmens beiträgt.
Die Integration eines Codes of Conduct stärkt die Beziehung zwischen ArbeitnehmerInnen und ArbeitgeberInnen, fördert die Mitarbeiterbindung, unterstreicht das Engagement für Corporate Social Responsibility und sorgt für die Einhaltung von Gesetzen. Er ist ein lebendiges Dokument, das kontinuierlich an gesellschaftliche und rechtliche Entwicklungen angepasst wird. Verstöße gegen den Code of Conduct haben ernste Konsequenzen, was seine Bedeutung im Arbeitsalltag unterstreicht. Die Erstellung und erfolgreiche Implementierung eines solchen Kodex erfordert eine klare Definition der Unternehmenswerte, die Festlegung von Regeln und Sanktionen, die schriftliche Fixierung, Zugänglichkeit für alle Mitarbeitenden, eine Vorbildfunktion der Unternehmensführung und regelmäßige Aktualisierungen. Ein gut durchdachter und umgesetzter Code of Conduct ist weit mehr als ein Regelwerk; er ist das Herzstück einer modernen Unternehmenskultur, die ethisches Verhalten fördert und die Grundlage für langfristigen Erfolg und Vertrauen schafft.

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