Das Personal Information Protection Law (PIPL) ist Chinas Antwort auf die globalen Datenschutzherausforderungen und gilt als eines der strengsten Datenschutzgesetze der Welt. In diesem Artikel werfen wir einen Blick auf die wichtigsten Bestimmungen des PIPL und was es für Unternehmen bedeutet, die chinesische Daten verarbeiten.
Am 20. August 2021 verabschiedete China mit dem Personal Information Protection Law (PIPL) ein neues, umfassendes Datenschutzgesetz, das am 01. November 2021 in Kraft trat. Das PIPL schafft einen klaren und einheitlichen Rahmen zum Schutz personenbezogener Daten und baut auf früheren Gesetzen wie dem Verbraucherschutzgesetz von 2014, dem Cybersicherheitsgesetz von 2017 und dem Datensicherheitsgesetz von 2021 auf. Auch für viele deutsche Unternehmen ist das PIPL relevant, da es auch für ausländische Firmen gilt, die Daten chinesischer BürgerInnen verarbeiten – unabhängig davon, wo diese erhoben werden. Damit müssen deutsche Unternehmen, die Geschäfte in China machen oder Produkte und Dienstleistungen für chinesische KundInnen anbieten, die strengen Vorgaben des PIPL einhalten.
Das PIPL hat einen weitreichenden Anwendungsbereich und betrifft nicht nur Unternehmen innerhalb Chinas. Nach Art. 3 PIPL gilt es für alle Unternehmen, die personenbezogene Daten von Personen in China verarbeiten – unabhängig davon, wo sie ihren Sitz haben. Besonders relevant ist dies für ausländische Unternehmen, die:
Kurz gesagt: Jedes Unternehmen, das personenbezogene Daten von chinesischen BürgerInnen erhebt oder verarbeitet, muss die Vorschriften des PIPL beachten, egal ob es sich in China oder im Ausland befindet.

Das PIPL legt klare Anforderungen für Unternehmen fest, die personenbezogene Daten verarbeiten. Hier sind die wichtigsten Punkte zusammengefasst:
Unternehmen dürfen personenbezogene Daten nur dann verarbeiten, wenn eine der folgenden Bedingungen erfüllt ist:
Sensible Daten wie:
dürfen nur unter strengen Bedingungen verarbeitet werden. In den meisten Fällen ist eine gesonderte Einwilligung erforderlich, und zusätzliche Sicherheitsmaßnahmen müssen getroffen werden.
Unternehmen müssen die betroffenen Personen umfassend informieren, bevor Daten verarbeitet werden. Dazu gehören:
Diese Informationen müssen klar und verständlich vermittelt werden.
Unternehmen müssen nach dem PIPL zusätzlich:
Diese Maßnahmen garantieren den umfassenden Schutz personenbezogener Daten und helfen, Verstöße zu vermeiden.
Das PIPL sieht bei Verstößen empfindliche Strafen vor, ähnlich wie die Datenschutz-Grundverordnung (DSGVO). Unternehmen, die gegen die Vorschriften verstoßen, drohen Bußgelder von bis zu 50 Millionen Yuan (ca. 6,6 Millionen Euro) oder bis zu 5 % des Jahresumsatzes.
Auch einzelne Verantwortliche sind betroffen: Direkt involvierte Personen, wie ManagerInnen oder Datenschutzbeauftragte, können mit Geldstrafen zwischen 100.000 und 1 Million Yuan belegt werden. Zusätzlich kann ihnen untersagt werden, ihre Position als Geschäftsführende oder in einer anderen leitenden Funktion auszuüben.
Bei schwerwiegenden Verstößen drohen Unternehmen weitere Sanktionen, wie die Einziehung illegaler Gewinne, der Entzug der Geschäftslizenz oder die Schließung des Betriebs. Zudem können Behörden eine öffentliche Klage einleiten, wenn die Rechte einer großen Zahl von Personen verletzt wurden.

Für deutsche Unternehmen ist der grenzüberschreitende Datentransfer unter dem PIPL ein besonders sensibler Bereich. Bisher waren internationale Datenübertragungen durch das chinesische Cybersecurity-Gesetz (CSL) stark reglementiert, vor allem durch Artikel 37, der vorschreibt, dass personenbezogene Daten grundsätzlich in China gespeichert werden müssen. Das PIPL bringt einige Erleichterungen, bleibt jedoch weiterhin streng und stellt klare Anforderungen an den Transfer personenbezogener Daten ins Ausland.
Das PIPL setzt strenge Bedingungen für den Transfer personenbezogener Daten ins Ausland. Unternehmen dürfen Daten nur dann ins Ausland übertragen, wenn eine der folgenden Voraussetzungen erfüllt ist:
Zusätzlich zu den oben genannten Anforderungen müssen Unternehmen bei der Übermittlung personenbezogener Daten ins Ausland die folgenden Punkte sicherstellen:

Die Datenschutzgrundverordnung (DSGVO) und das chinesische Personal Information Protection Law (PIPL) weisen viele Gemeinsamkeiten auf, wenn es um den Schutz personenbezogener Daten geht. Hier sind die wichtigsten Punkte im Überblick:
Obwohl die DSGVO und das PIPL in vielen Bereichen ähnliche Ziele verfolgen, gibt es bedeutende Unterschiede zwischen den beiden Datenschutzgesetzen. Die wichtigsten Unterschiede sind:

Damit Sie den Anforderungen des PIPL gerecht werden, sollten Sie die folgenden Schritte beachten:
Stellen Sie sicher, dass jede Datenverarbeitung auf einer erlaubten Grundlage beruht, z. B. durch Einwilligung der Betroffenen oder zur Vertragserfüllung. Erstellen Sie klare Prozesse für die Einholung der Einwilligung, besonders bei sensiblen Daten und sorgen Sie für eine leicht verständliche Einwilligungserklärung.
Das PIPL schreibt vor, dass personenbezogene Daten in China gespeichert werden müssen, insbesondere bei großen Datenmengen oder sensiblen Informationen. Planen Sie die Implementierung lokaler Infrastrukturen zur Speicherung dieser Daten. Überlegen Sie, ob eine lokale Cloud-Lösung oder der Aufbau von Rechenzentren in China für Ihr Unternehmen sinnvoll ist.
Wenn Sie personenbezogene Daten ins Ausland übermitteln möchten, müssen Sie sicherstellen, dass die CAC die Übertragung genehmigt oder entsprechende Standardklauseln verwendet werden. Stellen Sie sicher, dass Ihre IT- und Rechtsteams auf die Sicherheitsanforderungen vorbereitet sind und frühzeitig eine Sicherheitsbewertung bei der CAC beantragen.
Nutzen Sie Standarddatentransferklauseln, um Daten sicher ins Ausland zu übermitteln. Passen Sie Ihre Verträge an, um die PIPL-Anforderungen abzudecken.
Führen Sie eine Datenschutz-Folgenabschätzung durch, um Risiken im Zusammenhang mit Datenverarbeitung zu identifizieren und zu minimieren. Dokumentieren Sie diese Bewertungen und aktualisieren Sie sie regelmäßig.
Schulen Sie Ihre Mitarbeitenden zu den Anforderungen des PIPL und sensibilisieren Sie sie für Datenschutzthemen. Regelmäßige Schulungen sind entscheidend, um sicherzustellen, dass alle Mitarbeitenden die Notwendigkeit der Einhaltung der Datenschutzvorschriften verstehen.
Benennen Sie Datenschutzbeauftragte in China, die für die Einhaltung der Datenschutzvorschriften verantwortlich sind. Die Datenschutzbeauftragten sollten den Überblick über die Datenverarbeitung behalten und sicherstellen, dass alle rechtlichen Anforderungen des PIPL erfüllt werden.
Erstellen Sie Notfallpläne für Datenschutzverletzungen und führen Sie regelmäßige Audits durch. Bereiten Sie sich darauf vor, Datenschutzverletzungen schnell zu melden und zu beheben.
Arbeiten Sie mit lokalen AnwältInnen und DatenschutzexpertInnen zusammen, um stets auf dem neuesten Stand der Vorschriften zu bleiben. Nutzen Sie Fachwissen vor Ort, um rechtliche Risiken zu minimieren.
Durch diese Maßnahmen können deutsche Unternehmen die Anforderungen des PIPL erfüllen und rechtliche Probleme vermeiden.
Das PIPL stellt hohe Anforderungen an Unternehmen, die personenbezogene Daten chinesischer BürgerInnen verarbeiten. Durch eine sorgfältige Planung, die Einhaltung der rechtlichen Vorgaben und die Implementierung von Sicherheits- und Schulungsmaßnahmen können Unternehmen nicht nur rechtliche Risiken minimieren, sondern auch das Vertrauen ihrer KundInnen stärken. Mit der richtigen Vorbereitung und Unterstützung durch lokale ExpertInnen lassen sich die Herausforderungen des PIPL erfolgreich bewältigen.

Quellen: