Hotels erheben und speichern eine Vielzahl von persönlichen Daten ihrer Gäste, von Buchungsinformationen bis hin zu speziellen Vorlieben und Bedürfnissen. Diese Daten sind nicht nur für das reibungslose Funktionieren des Hotelbetriebs wichtig, sondern auch äußerst sensibel. Ein Datenleck kann nicht nur das Vertrauen der Gäste erschüttern, sondern auch erhebliche rechtliche und finanzielle Konsequenzen für das Hotel haben.In diesem Artikel erfahren Sie, welche Pflichten Hotels haben, wie sie den Datenschutz verbessern können und welche Maßnahmen zur Einhaltung der Datenschutz-Grundverordnung (DSGVO) erforderlich sind.
Hotels erheben und verarbeiten täglich eine große Menge an personenbezogenen Daten. Dazu gehören Informationen wie Name, Adresse, Telefonnummer, Zahlungsinformationen und sogar Präferenzen der Gäste. Oftmals werden auch besondere Kategorien personenbezogener Daten verarbeitet, wie etwa Gesundheitsdaten (z. B. bei speziellen Ernährungswünschen oder Barrierefreiheit). Diese Daten müssen laut DSGVO geschützt werden, um die Privatsphäre der Gäste zu wahren und das Risiko von Datenschutzverletzungen zu minimieren. Verstöße gegen die DSGVO können zu erheblichen Bußgeldern führen – bis zu 20 Millionen Euro oder 4 % des weltweiten Jahresumsatzes. Doch nicht nur rechtliche Konsequenzen sind ein Risiko: Ein Datenschutzvorfall kann das Vertrauen der Gäste nachhaltig schädigen und die Reputation eines Hotels beeinträchtigen.

Hotels müssen sicherstellen, dass alle Vorgänge, bei denen personenbezogene Daten verarbeitet werden, im Einklang mit den Grundsätzen der DSGVO stehen. Diese Grundsätze umfassen:
Um personenbezogene Daten ihrer Gäste nach Ablauf des Beherbergungsvertrags weiter verwenden und speichern zu können, benötigen HotelbesitzerInnen deren ausdrückliche Zustimmung. Dies gilt insbesondere, wenn sie Newsletter verschicken möchten, um Gäste zur Rückkehr zu bewegen, oder wenn sie die Gästeerfahrungen durch personalisierte Empfehlungen basierend auf früheren Aufenthalten verbessern wollen.
Die Zustimmung muss schriftlich erfolgen, in klarer und verständlicher Sprache verfasst sein, den genauen Zweck und Umfang der Datennutzung angeben und auch die eventuelle Weitergabe an Dritte beinhalten. Gäste haben jederzeit das Recht, ihre Zustimmung zu widerrufen und eine Kopie der über sie gespeicherten Daten anzufordern.

Datenschutz-Folgenabschätzungen sind ein unverzichtbares Werkzeug für Hotels, um die Einhaltung der DSGVO sicherzustellen und die Rechte und Freiheiten der Gäste zu schützen. Sie sind nicht nur eine sinnvolle Praxis, um Datenschutzrisiken proaktiv zu managen und das Vertrauen der Gäste zu stärken, sondern auch in manchen Fällen eine gesetzliche Verpflichtung, etwa wenn Hotels Überwachungskameras in großem Umfang einsetzen.
Datenschutzbeauftragte sind dafür verantwortlich, sicherzustellen, dass das Hotel die datenschutzrechtlichen Anforderungen einhält. Dies umfasst die Beratung, die Überwachung der Einhaltung der Datenschutzvorschriften und die Schulung der Mitarbeitenden im Umgang mit personenbezogenen Daten. Ab einer Anzahl von zwanzig Mitarbeitenden, die regelmäßig und automatisiert personenbezogene Daten verarbeiten, ist die Ernennung eines Datenschutzbeauftragten verpflichtend. Mitarbeitende, die keinen oder nur seltenen Kontakt mit solchen Aufgaben haben, sind nicht gemeint. Darunter fallen beispielsweise LKW-FahrerInnen oder Reinigungskräfte.
Nur autorisierte Mitarbeitende sollten Zugriff auf Gästedaten haben. Dies umfasst in der Regel das Front-Office-Personal, die Buchhaltung und die IT-Abteilung.
Gästedaten sollten außerdem durch starke Passwörter und Verschlüsselungstechniken geschützt werden, um sicherzustellen, dass nur diese berechtigten Personen Zugriff haben.
Erfahren Sie, wie Sie sichere Passwörter erstellen und verwalten.
Eine klare Datenschutzrichtlinie und regelmäßige Schulungen für Mitarbeitende sind entscheidend, um sicherzustellen, dass alle Angestellten die Bedeutung des Datenschutzes verstehen und die richtigen Maßnahmen ergreifen.Checkliste: 10 Gebote für Hoteliers
Das digitalisierte Hotel steigert die Umsätze und verringert den Personalbedarf. Die Digitalisierung hat jedoch eine Kehrseite: Vernachlässigen Hoteliers den Datenschutz im Hotel, drohen Bußgelder und Imageschäden. Wie Hotelbetreiber den Datenschutz im Hotel umsetzen, klärt die folgende Checkliste.

Hotelgäste verfügen über bestimmte Rechte hinsichtlich ihrer personenbezogenen Daten. Hotels müssen sicherstellen, dass sie diese Rechte in ihren Datenschutzpraktiken umsetzen und den Gästen die Möglichkeit bieten, ihre Rechte einfach auszuüben.
Nach Art. 12-14 der DSGVO haben Gäste das Recht, darüber informiert zu werden, welche Daten das Hotel von ihnen erhebt und wie diese verwendet werden. Dies sollte in klar verständlicher Form, beispielsweise durch Datenschutzerklärungen, erfolgen. Gäste können jederzeit und ohne Angabe von Gründen Informationen über alle vom Hotel über sie gesammelten Daten anfordern. Die Verweigerung dieser Informationen kann sogar mit einer Geldbuße sanktioniert werden.
Auch wenn früher eine Zustimmung zur Speicherung persönlicher Daten erteilt wurde, kann ein einfacher Widerruf sämtliche Datensammlungen entfernen. Ein formloser Widerruf verpflichtet HotelbetreiberInnen, alle Datenreste zu beseitigen, da eine einmalige Zustimmung nicht für die Zukunft bindend ist.
Gäste können nach Art. 16 und 17 der DSGVO verlangen, dass ihre Daten korrigiert oder gelöscht werden. Hotels müssen entsprechende Verfahren einrichten, um diese Anfragen zeitnah und effizient zu bearbeiten.
Gäste haben das Recht, sich bei Datenschutzbehörden oder direkt beim Hotel über mögliche Datenschutzverletzungen zu beschweren. Hotels sollten klare AnsprechpartnerInnen und Verfahren für solche Beschwerden bereitstellen (Art. 77 DSGVO).
Der Datenschutz endet nicht bei externen Dienstleistern. Die Aufgabe von Hotels ist, einen rechtskonformen Umgang mit Daten zu gewährleisten. Hier hilft ein Vertrag zur Auftragsverarbeitung.

In der Praxis gibt es einige typische Szenarien, bei denen es zu Datenschutzverletzungen im Hotel kommen kann. Diese umfassen:
Der Datenschutz im Hotel ist von entscheidender Bedeutung für den Schutz der sensiblen Daten der Gäste und das Vertrauen in das Hotel. Durch die Implementierung umfassender Datenschutzmaßnahmen und die Einhaltung gesetzlicher Vorgaben können Hotels ihre Verantwortung wahrnehmen und ihren Gästen ein sicheres Umfeld bieten. Es ist unerlässlich, dass Hotels kontinuierlich an der Verbesserung ihrer Datenschutzstrategien arbeiten, um den steigenden Anforderungen gerecht zu werden und das Vertrauen der Gäste zu erhalten.

Quellen: