Unsere Sprache formt unsere Wirklichkeit. Was wir sagen, beeinflusst, wie wir denken und handeln – das gilt auch im Unternehmenskontext. Mit gendergerechter Sprache zeigen Unternehmen, dass sie Gleichberechtigung und Vielfalt nicht nur als Ziel haben, sondern auch aktiv umsetzen. Durch kleine Anpassungen in der täglichen Kommunikation kann eine große Wirkung erzielt werden.
In diesem Artikel zeigen wir Ihnen, warum Gendern so wichtig ist und wie Sie gendergerechte Sprache erfolgreich in Ihre Unternehmenskommunikation integrieren können.
Gendern bedeutet, die Sprache so zu gestalten, dass alle Geschlechter angesprochen und sichtbar gemacht werden. Traditionell verwendet die deutsche Sprache häufig das sogenannte generische Maskulinum. Das heißt, dass die männliche Form eines Wortes oft für alle Geschlechter benutzt wird, zum Beispiel „Lehrer“ für männliche und weibliche Lehrkräfte. Doch das führt dazu, dass Frauen und andere Geschlechter oft in der Sprache unsichtbar bleiben.
Seit der Einführung der dritten Geschlechtsoption „divers“ im Jahr 2018 stellt sich vermehrt die Frage, wie man auch Menschen anspricht, die sich weder dem männlichen noch dem weiblichen Geschlecht zuordnen. Gendern ist deshalb relevant, weil es mehr Gerechtigkeit in der Sprache schafft und alle Menschen gleichberechtigt anspricht.
Immer mehr Unternehmen, Behörden und Bildungseinrichtungen erkennen, dass eine geschlechtergerechte Sprache wichtig ist, um Vielfalt zu fördern und niemanden auszuschließen. Gendern trägt dazu bei, dass Sprache fairer und inklusiver wird, und schafft ein Bewusstsein für Gleichberechtigung in der Gesellschaft.
Die Diskussion um geschlechtergerechte Sprache reicht in Deutschland bis in die 1970er Jahre zurück. Schon damals erkannten Sprachwissenschaftler:innen und Gesellschaftskritiker:innen, dass Sprache einen großen Einfluss darauf hat, wie wir Geschlechter wahrnehmen – und damit auch darauf, wie Gleichberechtigung in der Gesellschaft gelebt wird.
Im Laufe der Zeit haben sich verschiedene Ansätze entwickelt, um Sprache gerechter zu gestalten:
Während das Gendersternchen in den letzten Jahren als Symbol für geschlechtergerechte Sprache in den Vordergrund trat, wird zunehmend auch der Doppelpunkt verwendet, da dieser als inklusiver und barrierefreier angesehen wird. Die barrierefreie Gestaltung von Sprache, insbesondere für Menschen mit Leseschwächen oder Sehbehinderungen, spielt in der Debatte ebenfalls eine wichtige Rolle.
Besonders das Gendersternchen ist in den letzten Jahren als Symbol für gendergerechte Sprache bekannt geworden. Gleichzeitig gewinnt der Doppelpunkt an Bedeutung, da er als barriereärmer gilt – vor allem für Menschen mit Leseschwächen oder Sehbehinderungen.
Die Debatte ums Gendern polarisiert: Während die einen es als wichtigen Schritt hin zu mehr Gleichberechtigung sehen, empfinden andere es als überflüssige oder störende Veränderung der Sprache. Eine gesetzliche Pflicht zum Gendern gibt es in Deutschland nicht, doch viele Institutionen und Unternehmen haben eigene Richtlinien entwickelt.
Die Frage bleibt: Welche Form des Genderns ist die beste?
Studien zeigen, dass Gendern dazu beitragen kann, Frauen sichtbarer zu machen und Geschlechterstereotype abzubauen. Eine einheitliche Empfehlung, welche Methode am besten geeignet ist, gibt es jedoch bislang nicht.

Für Unternehmen ist es heute entscheidend, eine moderne und inklusive Sprache zu verwenden – sowohl in der internen als auch in der externen Kommunikation. Gendergerechte Sprache spielt dabei eine zentrale Rolle, da sie das Unternehmensimage, die Mitarbeiterbindung und die Ansprache der Zielgruppen direkt beeinflusst.
Insgesamt sorgt gendergerechte Sprache dafür, dass Unternehmen als modern, inklusiv und zukunftsorientiert wahrgenommen werden – intern wie extern.
Der Einsatz gendergerechter Sprache ist in Deutschland nicht gesetzlich vorgeschrieben. Seit der Einführung des dritten Geschlechts im Geburtenregister gibt es jedoch Empfehlungen zur geschlechtergerechten Kommunikation, die Unternehmen freiwillig umsetzen können.
ArbeitgeberInnen dürfen von ihren Mitarbeitenden verlangen, in der dienstlichen Kommunikation zu gendern, haben aber keine gesetzliche Pflicht, dies durchzusetzen. Dies gilt sowohl für die interne Kommunikation als auch für die Kundenansprache. Die Rechtsprechung hat bisher keine klare Linie, ob Beschäftigte das Recht haben, nicht gegendert zu werden.
Ein besonders sensibler Bereich ist die Formulierung von Stellenausschreibungen. Unternehmen müssen sicherstellen, dass sie keine Geschlechter benachteiligen. Die Verwendung neutraler Bezeichnungen wie „(m/w/d)“ oder „all genders“ hat sich durchgesetzt. Studien zeigen, dass geschlechtergerechte Sprache die Vielfalt der Bewerbenden erhöht und gleichzeitig rechtliche Risiken minimiert.

Die Einführung von gendergerechter Sprache kann eine Herausforderung sein, insbesondere in Unternehmen, die bislang konservativer kommuniziert haben. Mit einigen praktischen Schritten lässt sich dieser Prozess aber erfolgreich und ohne größere Reibungen gestalten:
Gendern ist ein wesentlicher Bestandteil einer modernen, inklusiven Unternehmenskultur. Es hilft nicht nur, ein positives Image zu fördern, sondern auch die Mitarbeitenden zu motivieren und neue Talente anzuziehen. Unternehmen, die gendergerechte Sprache einführen, sollten den Prozess gut vorbereiten, ihre Belegschaft einbeziehen und klare Leitlinien aufstellen. So gelingt die Umsetzung ohne größere Reibungen – und mit großem Mehrwert für das Unternehmen und die Gesellschaft.

Quellen