Die inkrementelle Sicherung von Daten ist für Unternehmen heutzutage kaum noch wegzudenken. Im Zuge der Digitalisierung der Arbeitswelt fallen täglich immer mehr Daten an. Arbeitsprozesse werden automatisiert, es wird mehr und mehr über E-Mail, Instant Messaging oder Videokonferenzen kommuniziert und Aktenordner werden durch moderne Softwaresysteme ersetzt. Es entsteht ein Datenberg, der tagtäglich wächst. Das zwingt Unternehmen dazu, sich nach Möglichkeiten umzusehen, wie und wo diese Datenmengen seriös, verlässlich und schnell gespeichert werden können.
Auf dem Markt gibt es eine breite Auswahl an Speichermöglichkeiten. Die Angebote reichen von Clouds, über externe Festplatten, Speicherungen via Medium über das Laufwerk, bis hin zu kompletten Servern. Natürlich ist Speicher in der heutigen Zeit auch eine Kostenfrage. Für Unternehmen bedeutet das, möglichst effektiv und ressourcenschonend mit Daten umzugehen, um hohe Kosten zu vermeiden. In diesem Artikel bringen wir Ihnen daher eine effektive und kostengünstige Methode zur Datensicherung näher, die gerade für Unternehmen praktisch ist: das inkrementelle Backup.
Ein inkrementelles Backup (incremental backup) ist ein Datensicherungsprozess, bei dem nur Daten gesichert werden, die seit dem letzten Backup geändert wurden. Das bedeutet, nachdem einmal ein vollständiges Backup aller Daten erstellt wurde, werden bei jedem folgenden Backup nur noch die Änderungen seit dem letzten Mal gesichert. Dies kann entweder Änderungen an bestehenden Dateien oder neu hinzugefügte Dateien umfassen.

Eine inkrementelle Sicherung speichert nur die Daten, die seit dem letzten Backup geändert wurden. Wenn zum Beispiel am Dienstag eine inkrementelle Sicherung durchgeführt wird, werden nur die Daten gespeichert, die sich seit dem letzten inkrementellen Backup am Montag geändert haben. Das bedeutet, dass eine deutlich kleinere Datenmenge gesichert werden muss und der vorhandene Speicherplatz optimal genutzt wird.
Doch nicht nur der Speicherplatz wird dadurch optimiert, auch die Backup-Zeiten sind bei inkrementellen Backups minimal. Da nur die Änderungen gespeichert werden, ist die zu speichernde Datenmenge pro Backup relativ gering. Je kürzer das Zeitintervall zwischen den Backups ist, desto weniger Daten müssen gesichert werden und das sorgt für schnelle Backup-Zeiten. Mit bestimmten Softwarelösungen können Sicherungen stündlich durchgeführt oder in anderen zeitlichen Abständen individuell auf die jeweiligen Ansprüche angepasst werden.
Aber das ist nicht alles, auch das Netzwerk profitiert von regelmäßigen inkrementellen Backups. Die kleineren Datenmengen belasten das Netzwerk deutlich weniger als vollständige Backups. Zudem können inkrementelle Backups im Falle eines Datenverlusts oder einer Beschädigung schnell wiederhergestellt werden, da nur das letzte vollständige Backup sowie die inkrementellen Änderungen seitdem benötigt werden. Dies führt zu kürzeren Ausfallzeiten und einer schnelleren Datenwiederherstellung.
Insgesamt bieten inkrementelle Backups eine effiziente und ressourcenschonende Methode zur Sicherung von Daten, die zu kürzeren Backup-Zeiten, geringerem Speicherplatzbedarf und schnelleren Wiederherstellungen führt.

Es gibt verschiedene Arten von inkrementellen Sicherungen, die für Unternehmen vielversprechende Lösungen bieten:
Statt Dateien und Ordnern sichert diese Variante sogenannte Storage-Blocks. Durch das Sichern auf Block-Ebene werden nur die geänderten Blöcke gesichert, was im Vergleich zur Datei-Ebene Backups effizienter ist.
Diese Methode überprüft die Dateien des Systems auf individuelle Bytes, die sich geändert haben, und sichert sie inkrementell. Dabei handelt es sich um das kleinste mögliche Backup.
Hier werden verschiedene Backup-Ebenen definiert, um die Wiederherstellungszeit zu optimieren. Es könnten beispielsweise nur Backups bestimmter Tage für eine vollständige Wiederherstellung erforderlich sein, was die Anzahl der benötigten Backups reduziert.
Auch bekannt als progressive inkrementelle Backups, wurden sie ursprünglich für Disk-basierte Backups entwickelt. Diese Methode sichert neue oder modifizierte Daten nach einer initialen Kopie aller Daten, ohne periodische Vollsicherungen durchführen zu müssen. Da die Daten bereits auf Festplatten gespeichert sind, sind sie schnell abrufbar.

Die Sicherung von Daten ist essentiell für den Geschäftsalltag. Die Palette der Anbieter ist dabei vielfältig. Umso schwerer fällt es Betrieben, KMUs und Konzernen, den für sie passenden Weg der Datensicherung zu finden. Deshalb haben wir hier für Sie die weitverbreiteten Alternativen zum inkrementellen Backup zusammengefasst.
Differentielle Sicherung: Sie ähnelt der inkrementellen Sicherung. Der große Unterschied findet sich im Falle eines Datenverlusts: Möchte man die verlorenen Daten wiederherstellen, dann muss in diesem Falle eine Komplettsicherung vorgenommen werden, die dann inkrementelle Backups nach sich zieht.
Vollständige Sicherung: Die einfachste Sicherungsmethode ist die Vollsicherung. Dabei werden alle Daten auf einem externen Speichermedium gesichert. Der Prozess bietet vollständigen Schutz für die Daten, tendiert allerdings dazu, recht viel Speicherplatz zu verbrauchen und viel Zeit in Anspruch zu nehmen. Vollständige Backups rentieren sich am ehesten bei kleinen Datenmengen oder aber für regelmäßige Sicherungen des gesamten Systems.
Cloud-Backup: Die Cloud ist ein viel genutztes Speichermedium, das sich in den letzten Jahren großer Beliebtheit erfreute. Sie zeichnet sich dadurch aus, dass die Daten ohne zusätzliches externes Speichermedium und standortunabhängig gesichert werden können. Der Vorgang geschieht über eine Internetverbindung. Es eignet sich hervorragend für Privatpersonen oder Unternehmen mit großen Datenmengen und in Fällen, in denen Fernzugriff eine Rolle spielt.

Hybrid-Backup: Die hybride Sicherung verfolgt den Ansatz über mehrere, mindestens aber zwei Sicherungswege zu arbeiten, um einen umfassenden Schutz der Daten zu gewährleisten. Beispielsweise kann eine Vollsicherung für regelmäßige Speicherungen herangezogen werden und gleichzeitig ein inkrementelles Backup für tägliche Datensicherungen. Hybrid-Backup macht sich am besten für Unternehmen und Einzelpersonen, die mit komplexen Datenschutzanforderungen arbeiten.
Inkrementelle Backups können für Unternehmen bestimmte Risiken mit sich bringen, auch wenn diese in der Praxis in der Regel marginal sind. Ein Hauptnachteil dieser Sicherungsmethode besteht darin, dass für die Datenwiederherstellung das letzte Vollbackup sowie alle inkrementellen Backups seitdem wiederhergestellt werden müssen. Dieser Prozess dauert in der Regel länger als die Wiederherstellung eines normalen Vollbackups.
Eine inkrementelle Sicherung ist oft eine schnelle und praktische Methode, um Unternehmensdaten zu sichern. Ob die Speicherung einer Vollkopie oder die Sicherung geänderter Dateien: Die Auswahl der Speichermethode hängt immer von den individuellen Anforderungen des Unternehmens ab. Inkrementelle Sicherungen erfreuen sich großer Beliebtheit, da sie wenig Speicherplatz benötigen. Besonders in Zeiten, in denen Speicherplatz teurer wird, ist diese Option äußerst hilfreich. Unternehmen, die ihren Speicherplatz optimieren oder die Kosten reduzieren möchten, greifen daher oft auf diese Art von Backup zurück. Insbesondere wenn nur wenige Daten seit dem letzten Backup geändert wurden, ist diese Variante geeignet. Im Falle eines Datenverlusts dauert die Wiederherstellung eines inkrementellen Backups jedoch länger als die eines differentiellen Backups. Dies kann zu längeren Ausfallzeiten oder einem langsameren Wiederherstellungsprozess der Geschäftstätigkeit führen.
Ob ein inkrementelles oder differentielles Backup für das Unternehmen geeignet ist, hängt von den täglichen geschäftlichen Anforderungen ab. Faktoren wie die zu sichernden Datenmengen, die Häufigkeit und Größe der Datenänderungen sowie die gewünschte Sicherheitsstufe sind dabei entscheidend für die Wahl der besten Speicheroption für das jeweilige Unternehmen.
Die Wahl zwischen inkrementellen und differentiellen Backups ist für Unternehmen entscheidend und sollte an die spezifischen geschäftlichen Anforderungen angepasst werden. Ebenso wichtig wie die Datensicherung ist jedoch der Schutz vor den wachsenden Bedrohungen durch Cyberangriffe. Angesichts der täglich steigenden Angriffe empfiehlt das Bundesamt für Sicherheit in der Informationstechnik (BSI) regelmäßige Schulungen der Belegschaft.

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