LGBTQI+ im Job
1. Juli 2022

LGBTQI+ im Job: Wie können Unternehmen bei Problemen aktiv werden?

Queere Menschen haben es im Job nicht immer leicht – trotz gestiegener Toleranz und Offenheit im Alltag. Dabei beginnen die Probleme bei Lohnbenachteiligungen und reichen bis hin zu Diskriminierung, Mobbing und Belästigung aufgrund der sexuellen Orientierung oder Geschlechtsidentität. 

Eine Studie des Deutschen Instituts für Wirtschaft (kurz: DIW) zeigt, dass queere Menschen überproportional häufig zu Opfern von Benachteiligungen im Job werden. Demnach geben rund 30 Prozent aller Befragten an, unter Diskriminierung im Berufsleben gelitten zu haben. 

Da stellt sich die Frage: Wie können Unternehmen selbst aktiv werden und Probleme wie diese im eigenen Arbeitsumfeld beseitigen – angefangen von der Sensibilisierung der Belegschaft über alle Hierarchieebenen hinweg?

Auf welche Probleme treffen queere Menschen im Job?

Laut zahlreichen Untersuchungen treffen Angehörige der LGBTQI+-Community im beruflichen Miteinander auf die unterschiedlichsten Probleme. Dazu gehören:

  • sexistische Kommentare;
  • Benachteiligungen bei Beförderungen;
  • sexuelle Belästigung;
  • schlechtere Vergütung;
  • Verbreitung von Gerüchten;
  • psychische Gewalt;
  • körperliche Aggressionen;
  • Ausgrenzung bzw. ignorierende Segregation;
  • Mobbing;
  • verbale Gewalt und
  • Beleidigungen.

Wer hier eine besonders große Verantwortung trägt sind Arbeitgebende bzw. Führungskräfte. Diese sind im Rahmen der gesetzlichen Fürsorgepflicht dazu angehalten, das Leben und die Gesundheit der Belegschaft zu schützen. Zum einen gehört dazu der Arbeitsschutz durch die Vermeidung von Verletzungen und Gefahren. Zum anderen zählt dazu aber auch die Verpflichtung, die Vorschriften des Allgemeinen Gleichbehandlungsgesetzes (kurz: AGG) zu beachten und diskriminierendes Verhalten im Unternehmen zu unterbinden. 

Der genaue Wortlaut ist in § 7 AGG nachzulesen. Dieser legt fest, dass niemand aus rassistischen Gründen, aufgrund seiner ethnischen Herkunft, des Geschlechts, der Religion oder Weltanschauung, Behinderung, des Alters oder der sexuellen Identität benachteiligt werden darf. Genaue diese Regeln sollten jedoch nicht nur der Arbeitgebende verinnerlicht haben, sondern auch jeder einzelne Mitarbeitende, der besonders vor dem Hintergrund zunehmender Diversität in Unternehmen entsprechend geschult und sensibilisiert werden sollte. 

Wie das geht? Am besten mit modernen und zeitgemäßen Maßnahmen wie dem lawpilots E-Learning „AGG für Führungskräfte“. Sie helfen Vorgesetzten dabei, das Bewusstsein ihrer Belegschaft zu erweitern, zu schulen und zu schärfen – und damit nicht zuletzt die Arbeitsbedingungen aller fairer und besser zu gestalten.
Gleichzeitig sollten Verantwortliche eine Null-Toleranz-Politik innerhalb des Unternehmens etablieren, die sowohl für Diskriminierungen als auch für jede andere Form von Übergriffen gilt. Wie Sie damit auch gegen sexuelle Belästigung am Arbeitsplatz vorgehen können, erfahren Sie in unserem Blogbeitrag „Sexuelle Belästigung am Arbeitsplatz – was tun?“. 

Welche Folgen haben strukturelle Hürden für queere Menschen in der Arbeitswelt?

Menschen aus der LGBTQI+-Community gehen unterschiedlich mit den Benachteiligungen und der fehlenden Akzeptanz um. Nicht selten entscheiden diese sogar die eigene Berufswahl. 

So zeigen Statistiken, dass queere Menschen Berufsbereiche, die sich durch eine LGBTQI+-feindliche Arbeitsatmosphäre auszeichnen, eher meiden. Dazu gehört die Land- und Forstwirtschaft, die Fischerei, der Bergbau, die Energie- und Wasserversorgung sowie die Abfallentsorgung und das Baugewerbe. Demnach sind unter 20 Prozent der Beschäftigen in diesen Branchen der LGBTQI+-Community zuzuordnen. 

Besonders häufig arbeiten queere Menschen hingegen im Gesundheits- und Sozialwesen, wo statistisch deutlich über 20 Prozent der Belegschaft der queeren Community zuzuordnen sind. Ebenfalls auffällig ist die Zahl der Selbstständigen: Mit 11,4 Prozent sind queere Menschen häufiger selbstständig als cis-heterosexuelle Personen. Hier liegt die Quote der Statistik zufolge bei 6,6 Prozent. 

Was ist der Gay Wage Gap?

Der Lohnunterschied zwischen queeren und nicht-queeren Menschen hat im Englischen sogar eine eigene Bezeichnung: „Gay-Wage-Gap“. Diese „Lohn-Lücke“ beruht auf der sexuellen Identität und zeichnet sich im Arbeitsmarkt durch folgende Auffälligkeiten aus:

  • geringerer Lohn für schwule Männer;
  • höherer Lohn für lesbische Frauen;
  • Lohnnachteile für Transfrauen und
  • niedrigere Erwerbtätigkeitsrate bei Transfrauen.

Welche Maßnahmen kann man für die Gleichberechtigung im Arbeitsumfeld ergreifen?

Ein gutes Miteinander im Unternehmen kommt nicht von ungefähr. Stattdessen können Arbeitgebende selbst aktiv werden und einiges dafür tun, damit sich alle wohl und nicht benachteiligt fühlen. So können ​​gezielte Diversitymaßnahmen dabei helfen, eine tolerante Arbeitsatmosphäre zu schaffen, das Kollegium zu sensibilisieren und dafür zu sorgen, dass Mitarbeitende aus der LGBTQI+-Community im Job die gleiche Anerkennung bekommen, wie alle anderen auch.

Fünf einfache Maßnahmen:

  1. Klare Regeln und Richtlinien zur Vermeidung von Diskriminierung und Benachteiligung aufgrund sexueller Orientierung oder der Geschlechtsidentität.
  2. Ein LGBTQI+-freundliches Recruiting, das sich auch in Stellenanzeigen und Einstellungsgesprächen widerspiegelt.
  3. Diversity-Trainings und Schulungen für die Belegschaft.
  4. Die Teilnahme an LGBTQI+-Events wie beispielsweise dem Pride Month oder dem Spirit Day, der ein Zeichen gegen die Unterdrückung von queeren Jugendlichen setzt.
  5. Die Einführung einer queerfreundlichen und genderneutralen Unternehmenssprache, um LGBTQI+-Mitarbeitende auch in der internen Kommunikation nicht auszuschließen.

Fazit: Unternehmen müssen aktiv gegen Homophobie und Transfeindlichkeit vorgehen

Leider trifft ein offenes Bekenntnis zu LGBTQI+ im Job noch immer zu Benachteiligungen und Diskriminierung. Dagegen hilft nur eine vollumfängliche Sensibilisierung jedes einzelnen Mitarbeitenden. 

Nicht zuletzt können Unternehmen nur durch die gezielte Schulung des Kollegiums vermeiden, dass es zu Verstößen gegen die gesetzlichen Vorgaben aus dem AGG, zu Beschwerden und damit zu verbundenen Rechtsfolgen kommt. Es muss aktiv gegen

Homophobie und Transfeindlichkeit vorgegangen und der tolerante Umgang durch Vorgesetzte und Beschäftigte trainieren werden. 

Damit dies vollumfänglich gelingt, hilft lawpilots als Marktführer für E-Learnings zu rechtlich-regulatorischen Themen dabei, Ihre Belegschaft zu schulen – sowohl mit Online-Schulungen wie „AGG und Gleichbehandlung“, als auch zu Fragestellungen der Compliance sowie in den Bereichen Datenschutz, Informationssicherheit und Arbeitsschutz

Durch Online-Schulungen wie diese stellen Sie sicher, dass Ihre Belegschaft an allen Arbeitsplätzen diskriminierungs- und vorurteilsfrei miteinander umgeht und einen fairen Umgang miteinander pflegt. 

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